Bienen - Trachtpflanzen,
zum Beispiel:
Euodia
hupehensis
(richtig auch: Evodia und Tetradium )
deutsch:
Bienenbaum
oder Wohlduftraute
ausgezeichnet auf der Bundesgartenschau
Potsdam 2001 mit der Silbermedaille
und
auf der
Internationalen Gartenbauausstellung 2003 in Rostock mit der Goldmedaille!
(Wildbiene und Honigbienen auf
Blütendolde vom Bienenbaum)
Name:
Eu = gut, odia = Duft = Wohlduft, weil angenehmer Blütenduft, und aromatische
Belaubung.
In den USA auch Bee-Bee-Tree, in Ungarn Honigbaum genannt. Verwandschaft:
Rutaceae / Rautengewächs; dazu gehören 900 Arten. Familienname von Ruta
graveolens. Verwandt: Citrusfrüchte, Diptam (Brennender Busch), Skimmien.
Alle Rutaceaen strömen ätherische Öle aus, besonders bei heisser Witterung.
Diptam lässt sich zum Beispiel dann mit einem Feuerzeug anzünden. Rutaceaen
enthalten viel Zucker, Säuren und Vitamine.
Heimat: Ostasien (China), in Europa bis vor gut 50 Jahren unbekannt, ausser
in botanischen Gärten.
In den 50er Jahren durch F. Schwoebel, Curator am Bienenforschungsinstitut
der Uni Pennsylvania, weltweit verbreitet. Seit März 1983 verstärkte
Verbreitung in Deutschland und Europa durch Bernhard Jaesch, Springe -
Bennigsen.
Winterhärtezone: 7a / Bärtels, (mittl. Jahresmin. minus 17 bis
minus 15 Grad). Hier in Bennigsen im Winter 1986 minus 24 Grad und im Winter
1996 minus 25 Grad ohne Schäden überstanden.
Wuchsform: Baum bis ca. 12 m Höhe, breite runde Krone, schnellwachsend, im
ersten Jahr etwa
80 - 100 cm. Abstand bei Gruppenpflanzungen 3 - 5 m. Sommergrün, Rinde
bräunlich-grau. Große
Ähnlichkeit mit Phellodendron, aber freie Winterknospen.
Blätter: Unpaarig gefiedert, 7 - 11 Fiederpaare. Ähnlichkeit mit
Holunder und Eschen. Fiederblatt sitzend oder sehr kurz gestielt, an der
Basis fast eirund ganzrandig oder fein gekerbt. Fieder schmal, eiförmig
zugespitzt, 5 - 10 cm lang.
Blüte: Trugdolde ähnlich dem Holunder mit 15 - 25 cm
Durchmesser; endständig. Blüte weisslich,
ca. 1 cm groß, meist 4- zählig.
Getrennt geschlechtlich. In der Dolde sind ca. 2/3 der Blüten rein
rein männlich. Es gibt auch rein männliche Bäume. Die männlichen Blüten
öffnen sich zuerst und erzeugen am meisten Nektar.
Der Nektar von ca. 3 Blüten genügt, um den Honigmagen einer Biene zu füllen,
wenn die Blüte vorher einige Stunden vom Bienenflug freigehalten wurde.
Deshalb auch sehr starker Bienenflug zur Blütezeit.
Pollen hellgelb.
Trachtwert: Nektar: 4, Pollen: 4 .
(mit Pollen eingepuderte
Biene)

B e s t e bisher bekannte Spättracht (Bienenweide)
u n d
: hervorragendes
Vogelnährgehölz;
das heruntergefallene Laub wird ausserdem sehr gern von
Regenwürmern verzehrt.
Blütezeit: Ende Juni - Mitte Oktober, Hauptblüte Ende Juli bis
Mitte September, das ist die Zeit der Bruterneuerung der Bienen für das
nächste Jahr, wenn das Trachtangebot in unserer
Kulturlandschaft gering ist. Der Baum kann bereits ab dem 4. Lebensjahr
anfangen zu blühen.
Frucht: Ledrige Kapseln mit 2 Klappen; 2 Samen je Kapsel; 4 -
5 Kapseln stehen beisammen; Samen klein (etwa wie Raps), schwarz-blau,
meist doppelsamig zusammenhängend, sehr ölhaltig. 1 g = 80-100 Körner.
Samenreife Oktober - November. Die Fruchtstände sind dann purpurrot gefärbt.
Die Samen
werden sehr gern von allen möglichen Vögeln gefressen. Frucht- und
Samenstände eignen sich hervorragend zu floristischen Zwecken.
(roter Fruchtschmuck und
reife Samen am Bienenbaum)
Boden: Optimal ist nährstoffreicher Lehm und durchlässiger
Boden. Keine Staunässe, sonst anspruchslos, ggf. düngen.
Evodia - Arten: Gattung Evodia mit ca. 50 Arten, schwer zu
unterscheiden.
20 Arten davon in China.
Eu - hupehensis
Eu - daniellii (frostempfindlich)
Eu - velutina (frostempfindlich)
Eu - henryi (klein)
Pflanzratschlag /Standort: beste Pflanzzeit März/April (vor
Frühjahrsaustrieb), nach der
Pflanzung nicht zu viel gießen, Triebe um 1/3 kürzen, aber nur wenn es sich
um wurzelnackte Ware,
das heißt Ware die nicht getopft war, handelt.
Standort: voll sonnig und trocken, keine
Staunässe!
Wächst sowohl im Lehmboden wie auch Sandboden. Im ersten Jahr nach der Pflanzung empfindlich gegen Unkraut -
Konkurrenz, deshalb in der Zeit viel hacken; nach dem Anwachsen im Frühsommer
mineralischen oder organischen Volldünger geben. Mulchen mit zum Beispiel mit
Laub oder Rasenschnitt. Pfahl bis in die Krone beim Erziehen zum Hochstamm.
Später kein weiterer Schnitt nötig, bzw. untere Seitenäste entfernen, falls
nicht Strauchform erwünscht.
Solitärbaum bzw. idealer Hausbaum; hitze- und trockenresistent;
auch
geeignet als Stadtbaum.

(Bienenbaum zur Hauptblütezeit und Bienenbaum im Herbst mit Fruchtschmuck)
Im
Juli des Jahres 2003 hat die Gärtnerei Immengarten unter Gärtnermeister und
Imkermeister Bernhard Jaesch an der internationalen Gartenbauausstellung
(IGA) in Rostock teilgenommen.Das
Thema der Hallenschau lautete: "Tischlein deck dich".
Da
mit blühenden Bienenbäumen der Tisch für die Bienen im wahrsten Sinne des
Wortes gedeckt ist, passten sie gut zum Thema. Zu dem Titel "Die
Nektarquelle" wurden Sämlinge, Jungpflanzen in verschiedenen Grössen und
blühende Solitär - Bienenbäume ausgestellt. Die Darstellung dieser Pflanzen
brachte der Gärtnerei Immengarten nun endlich die Goldmedaille.
Mit
der Silbermedaille prämiert wurde eine weitere Aufgabe. Diese nannte sich
"Insektenfreundliche Pflanzen vom Sämling bis zur Staude bzw. zum
fertigen Gehölz.
Unter
diesen Pflanzen befand sich ein grosses Pfefferminzsortiment (73 Sorten)
sowie blattduftende Gehölze und Sträucher sowie fruchttragende
Vogelnährgehölze; ebenso Hausbaum - Jungpflanzen und ein Bartblumen -
Sortiment (Caryopteris); alle Arten natürlich besonders insektenfreundlich.
Alles
in allem doch ein beachtlicher Erfolg für einen recht kleinen Betrieb!
Am
02. und 03. August 03 konnte Familie und Firma Jaesch beim traditionellen
Bienenbaum - Sommerblüten - Hoffest gleich mit den vielen Besuchern aus fern
und nah die errungenen Medaillen feiern. Bei 33 Grad im Schatten fand die
reinste Blütenorgie im "Immengarten" statt. Allein auf dem
Betriebsgelände des "Immengarten" blühten 50 Bienenbäume, davon der
älteste 32 Jahre alt, die größten Exemplare etwa 12 m hoch. Im Ort Bennigsen
selbst blühten noch einmal ungefähr 1000 (!) Bienenbäume.

(Impressionen von unserem Bienenbaum -
Sommerblüten - Hoffest 2007, hier ortsansässiger Schmied mit fahrbarer Esse)
Imker
und Imkerinnen sowie viele Gartenfreunde aus ganz Deutschland kamen (siehe
unten) um
dieses Blütenspektakel zu bestaunen. Ausser Honigbienen tummelten sich die
verschiedensten Hummel- und Wildbienenarten auf den Blüten. Ausserdem waren
Schwebfliegen, Schmetterlinge und zum Teil sogar unbekannte Insekten
ebenfalls zum Naschen an dieser einmaligen Nektarstelle
"eingeflogen".

Das nächste Bienenbaum
- Sommerblüten - Hoffest findet übrigens am 31. Juli und 1. August 2010
statt - bereits zum 12. Mal!
Am
23. August 03 kam ein weiterer Höhepunkt; jetzt waren fast alle
Bienenbäume abgeblüht. Die zwittrigen Exemplare zeigten bereits zahlreiche schöne
Samenstände. Von 4 Bienenvölkern konnten 27 kg Honig geerntet werden und
zwar n a c h der Ernte des Lindenhonigs, die
bereits am 23. Juli 03 erfolgt war. Nach dem Sieben, Abschäumen und Rühren
der letzten Ernte wurde der kostbare Honig ungefähr 14 Tage später abgefüllt,
und zwar in 250 g - Imkerbundgläser. Eines dieser Gläser wurde später Herrn
Dr. von der Ohe, Bieneninstitut Celle, zur Pollenanalyse übergeben. Nach
weiteren spannenden 3 Wochen kam die Antwort aus Celle: der eingereichte
Honig hatte ein völlig anderes Zuckerspektrum, eine andere elektrische
Leitfähigkeit und ein anderes Aroma beim Verkosten. Die empfohlene
Sortenbezeichnung lautete: Euodia (Evodia) - Honig.... Hurra, Bienenbaum -
Honig!!
So
ist es also doch möglich bei genügender Anzahl entsprechender Bienenbäume
Bienenbaum - Honig zu ernten.

Es
gehört zwar etwas Ausdauer bis zur ersten Ernte dazu, aber mit Beharrlichkeit
kommt man doch zum Ziel um eine neue Honigsorte (und das nicht nur in
Deutschland) zu produzieren. Einen Sommerhonig mit Euodia habe ich übrigens
schon seit ca. 10 Jahren regelmässig ernten können, aber reinen Euodia -
Honig (Bienenbaum - Honig) erntete ich im Jahre 2003 zum ersten Mal!
Bedingt
durch den Supersommer 2003 und die sehr starke Blüte setzten die zwittrigen
Exemplare der Bienenbäume (etwa 20% der Bäume sind rein männliche Pflanzen)
riesige Mengen von Samen an. Diese Samenstände sind übrigens ein recht
hübscher Anblick mit ihrer rotbraunen Färbung zu den grünen Blättern. Ende
Oktober war das Saatgut so weit herangereift, dass die Samenstände braun und
trocken wurden, sodann aufsprangen und sich die glänzenden schwarzen
Samenkörnchen zeigten. Diese habe etwa die Grösse von Kohl - Saatgut. Durch
einen kurzen Faden sind die Samen immer noch mit dem Fruchtstand fest
verbunden.
Jetzt
beginnt für die Vogelwelt eine Zeit des Schlemmens. Soweit ich es beurteilen
kann, wird die Saat von allen hier überwinternden Vögeln gefressen. Gesehen
dabei habe ich unter anderem bereits Rotkehlchen, Blau- und Kohlmeisen, Buch-
und Grünfinken, Bluthänflinge, Spatzen, Zaunkönige, Schwarz- und
Wacholderdrosseln, zeitweise auch einige hundert Stare und zu der Zeit war
wirklich Musik bei uns im Garten!
Die
kleineren Vögel fressen die Samen offenbar direkt und beissen die Körnchen auseinander.
Drosseln und Stare zum Beispiel fressen zunächst alles in sich hinein, sogar
die Samenhülsen, und scheiden dann mit dem Kot die nicht verdaulichen
Samenkörnchen wieder aus. Zu dem Zeitpunkt habe ich mich dann aber doch
gefragt, warum sie denn wohl trotzdem die Samen fressen?
Bei
genauerem Betrachten der Samen stellte ich dann fest, dass immer ein grosses
mit einem kleinen Samenkörnchen zusammenhängt. Das sieht dann etwa so aus,
wie eine Ameise ohne Beinchen. Im Vogelkot fanden sich aber nur die grossen,
festen Samenkörnchen.
Des
Rätsels Lösung ist im Selbstversuch leicht nachzuvollziehbar: Verreibt man so
ein "Samendoppelpack" zwischen Zeigefinger und Daumen, bleibt das
grosse Körnchen heil, während das kleine Körnchen sofort zerdrückt wird und
einen kleinen Fettfleck hinterlässt. So findet im Magen der Vögel offenbar
der gleiche Vorgang statt und von der Energie dieser kleinen Körnchen leben
die Vögel.
Dieses
ist meines Erachtens auch ein sehr guter, naturgegebener Vermehrungstrick der
Bienenbäume und die Vogelwelt hat natürlich längst die Nahrungsquelle erkannt
bzw. begierig genutzt. Letztendlich werden also die keimfähigen grossen
Samenkörnchen durch die Vögel weiterverbreitet.
Viele
unserer Kunden die bereits Bienenbäume in ihrem Garten haben, erzählen immer
wieder begeistert, wie schön sie es finden, wenn die verschiedensten
Vogelarten in ihrem Garten das Saatgut aus den Samenständen fressen. Mit der
Anpflanzung von Vogelnährgehölzen, zum Beispiel eben eines Bienenbaumes,
braucht man sich um die Winterfütterung der Vögel nicht mehr zu kümmern, sie
ist auch so sichergestellt.
Übrigens:
noch ein positiver ökologischer Vorteil der Bienenbäume besteht darin, dass
die Regenwürmer die herabgefallenen Blätter besonders gern mögen. Gerade die
dicken Tauwürmer ziehen die Blätter regelrecht in den Boden und produzieren
im Umkehrschluss wieder neuen, wertvollen Humus. Zum Frühjahr hin sind dann
fast alle Blätter verschwunden. Im Boden der Anzuchtflächen meiner
Bienenbäume sind so viele Regenwürmer, dass anscheinend beinahe alle
Maulwürfe, (auch die aus der Nachbarschaft) die ja bekanntlich unter
Naturschutz stehen, sich dort versammeln, den Boden lockern und viele Haufen
aufwerfen um nun ihrerseits die Regenwürmer zu verspeisen. So schliesst sich
auch hier ein Kreislauf.
Zum
Schluss stelle ich noch einmal fest, dass auch sogenannte "nicht
heimische" Pflanzen einen sehr hohen ökologischen Wert darstellen, zum
Teil sogar höher als die Pflanzen, die nach den letzten Eiszeiten von selbst
eingewandert sind.
Jeder kann also etwas tun - er / sie muss es nur wollen.....
damit - Sie wissen schon - Insekten und Vögel nicht irgendwann in`s Gras
beissen müssen.....!
Haben
Sie ähnliche Erfahrungen machen können? Ich freue
mich schon auf zahlreiche Zuschriften von Ihnen und grüsse Sie aus dem
Immengarten,
Bernhard
Jaesch
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